Backup nach der 3-2-1-Regel: so sichern kleine Betriebe richtig

Von Marco Eble · 5 Min. Lesezeit · aktualisiert am

Ein gutes Backup folgt der 3-2-1-Regel: drei Kopien eurer Daten, auf zwei verschiedenen Speicherarten, davon eine außer Haus. Mindestens eine Kopie sollte ein Verschlüsselungstrojaner nicht erreichen können, und die Wiederherstellung muss regelmäßig getestet werden.

Die Regel in einem Satz

3 Kopien eurer Daten, auf 2 verschiedenen Speicherarten, davon 1 außer Haus.

  • Drei Kopien: die Originaldaten auf Server oder PC plus zwei Sicherungen.
  • Zwei Speicherarten: zum Beispiel ein NAS im Büro und ein Cloud-Speicher. Fällt eine Technik aus, bleibt die andere.
  • Eine außer Haus: Gegen Brand, Wasser und Einbruch hilft nur eine Kopie, die nicht im selben Gebäude liegt.

Warum das heute nicht mehr reicht: Verschlüsselungstrojaner

Moderne Schadsoftware sucht gezielt nach Sicherungen im Netzwerk und verschlüsselt sie gleich mit. Deshalb sollte mindestens eine Kopie unveränderbar oder offline sein. Unveränderbar heißt: Der Speicher lässt für eine festgelegte Zeit kein Löschen oder Überschreiben zu, auch nicht mit Administratorrechten. Fachleute erweitern die Regel deshalb oft zu 3-2-1-1-0: eine Kopie offline oder unveränderbar, null Fehler beim Test.

„Wir sind doch in der Cloud“

Microsoft 365 sorgt dafür, dass eure Dienste laufen. Ein vollständiges Backup im Sinne der 3-2-1-Regel ist das nicht. Gelöschte Mails und Dateien landen im Papierkorb und sind nach einer begrenzten Zeit endgültig weg. Wenn ein Mitarbeiter versehentlich einen Ordner löscht oder ein Trojaner synchronisierte Dateien verschlüsselt, merkt man das oft zu spät. Für E-Mails, OneDrive, SharePoint und Teams empfehlen wir deshalb eine eigene Sicherung.

Was gehört alles ins Backup?

  • Dateien auf Server, NAS und in der Cloud
  • E-Mail-Postfächer
  • Datenbanken von Branchensoftware, zum Beispiel Warenwirtschaft, Handwerkersoftware oder Buchhaltung
  • Konfigurationen von Firewall, Telefonanlage und Netzwerkgeräten
  • Bei Servern: das komplette System, damit eine Wiederherstellung Stunden statt Tage dauert

Der wichtigste Teil: testen

Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn ihr daraus wiederherstellen könnt. Prüft deshalb regelmäßig, mindestens einmal im Quartal:

  1. Laufen die Sicherungen ohne Fehler? Eine Benachrichtigung bei Fehlern ist Pflicht.
  2. Lässt sich eine einzelne Datei zurückholen?
  3. Wie lange dauert es, den kompletten Server wiederherzustellen, und ist das für euch akzeptabel?

Faustregel für die Planung: Wie viele Arbeitsstunden könnt ihr höchstens verlieren, und wie lange darf der Betrieb höchstens stehen? Daraus ergibt sich, wie oft gesichert werden muss und welche Technik passt.

Wenn ihr nicht sicher seid, ob euer Backup im Ernstfall funktioniert, schauen wir es uns an. Mehr dazu unter Backup.

Ihr wollt das nicht selbst machen?
Wir übernehmen das für Betriebe in Emmendingen, Freiburg und im Breisgau. Kostenloses Erstgespräch anfragen oder anrufen: +49 7641 9671730.

Häufige Fragen

Was bedeutet die 3-2-1-Regel beim Backup?
Drei Kopien eurer Daten, auf zwei verschiedenen Speicherarten, davon eine außer Haus. So übersteht ihr Hardwaredefekte, Brand oder Diebstahl.
Reicht eine externe Festplatte als Backup?
Als alleinige Sicherung nicht. Bleibt sie dauerhaft angeschlossen, kann ein Verschlüsselungstrojaner sie mit verschlüsseln. Sie kann aber ein Baustein sein, wenn sie regelmäßig getauscht und außer Haus gelagert wird.
Sichert Microsoft meine Daten in Microsoft 365?
Microsoft sorgt für den Betrieb, nicht für ein langfristiges Backup eurer Inhalte. Gelöschte Daten sind nach einer begrenzten Zeit weg. Eine eigene Sicherung von Mails und Dateien ist sinnvoll.
Wie oft sollte man ein Backup testen?
Mindestens einmal im Quartal eine Wiederherstellung ausprobieren und die täglichen Meldungen der Sicherung im Blick behalten.